Mangelnder Schutz vor Corona-Virus: Eisenmann lässt Grundschullehrkräfte im Regen stehen

Mangelnder Schutz vor Corona-Virus: Eisenmann lässt Grundschullehrkräfte im Regen stehen

 

Das baden-württembergische Kultusministerium hat entschieden, keine FFP2-Masken an Grundschulen zu liefern. Begründet wird dies mit wissenschaftlichen Studien, die festgestellt haben, dass das Infektionsrisiko bei Kindern unter 10 Jahren sehr gering ist. Auf ein Schreiben, in dem das Kultusministerium gebeten wird zu prüfen, ob Grundschullehrer mit Masken aus den Beständen bedient werden können, antwortete das Kultusministerium: „Da es für die Grundschulen keine Maskenpflicht gibt, hat unsere Amtsleitung entschieden, diesen Schulen keine Masken zu liefern.“


Carsten Singer, Lehrer am Paracelsus-Gymnasium in Stuttgart-Hohenheim und SPD-Kandidat für die Landtagswahl im Wahlkreis Stuttgart II, kann weder die Logik noch die Entscheidung nachvollziehen: “Studien weisen tatsächlich darauf hin, dass das Infektionsrisiko bei Grundschulkindern eher gering ist. Allerdings haben sie auch deutlich mehr Kontakte und halten weniger oft den nötigen Abstand ein als ältere Schülerinnen und Schüler. Ob Kinder unter 10 Jahren auch weniger zur Verbreitung des Virus beitragen, ist zudem nach wie vor unklar. Insofern wäre es erst recht sehr sinnvoll, die Lehrkräfte an Grundschulen mit Masken auszustatten, um sie so gut wie möglich zu schützen. Auch Luftfilteranlagen für die Klassenzimmer gehören dazu.“ Zudem könnten sich Lehrerinnen und Lehrer auch bei ihren Kollegen anstecken, gibt Singer zu bedenken.


Den Lehrer wundert die mangelnde Ausrüstung von Grundschullehrern wenig, führt sie doch die traurige Tradition mangelnder Wertschätzung in der Bildungspolitik fort.


“Eines ist klar: Frau Eisenmann kann die schwierige Arbeit und Situation an den Grundschulen überhaupt nicht richtig einordnen. Meine Kolleginnen und Kollegen zeigen nicht nur bei der Notbetreuung, wie wertvoll sie sind. Generell bin ich der Meinung, dass Grundschullehrerinnen und -lehrer nicht weniger leisten als die Kolleginnen und Kollegen am Gymnasium und deshalb auch das gleiche Gehalt verdienen. Das wäre nur gerecht.“

Bezeichnend ist für den Landtagskandidaten auch, dass mittlerweile Berufsschulen mit Überkapazitäten an Masken den Grundschulen aushelfen: „Es ist schön, dass der Gedanke der Solidarität wenigstens zwischen den Schulen funktioniert. Vom Kultusministerium kann man das wohl nicht erwarten.“

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